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Thema: Haut | ||
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| Eine sehr einleuchtende Studie zur Haut als Träger des Haarbefalls wurde uns dankenswerterweise von Norbert Eigl übermittelt. | ||
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Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Thema Haarbefall gibt es bereits eine WHO-Studie (Why Hair Originates, Fachblatt der Friseurinnug 4/83, UT: Gepflegte Haut als Basis gesunden (!) Haares), in dem der Verdacht geäußert wird, daß das Auftreten von Haarbefall in ursächlichem Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Haut vorkommt. Der logische Schluß (auf den die Autoren dieser Studie verständlicherweise nicht gekommen sind) daraus wäre, verstärktes Augenmerk auf die sogenannte Hautkrankheit zu legen, die nach einer erst kürzlich durchgeführten Befragung anscheinend jeder hat. | ||
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Da die verletzliche Psyche des Menschen irgendwie mit dieser Krankheit
fertigwerden mußte, hat sie irgendwann in ihrer Entwicklungsgeschichte
das Auftreten von Haut als "normal" akzeptiert, schlimmer noch, das
Auftreten von Haut als positiv formuliert, wie etwa der Satz: "Die gute
alte Haut" zeigt.
Auf der anderen Seite stecken noch Resentiments gegen die Haut in dem Fluch: "Haut dem Lukas", wo man jemandem offensichtlich Haut an den Hals wünscht, oder in der Hoffnung, "aus der Haut fahren" zu können. Die Verinnerlichung dieser Krankheit als wünschenswerten Teil der menschlichen Existenz hat ihren perversen Höhepunkt allerdings in der Vorstellung "nackter Haut". Das Erscheinungsbild einer Krankheit als Grundlage erotischer Phantasien und Anreiz zu sexuellen Handlungen machen, kann man nur als Meisterstück der Verdrängung bezeichnen! | ||
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| (Anm.: Die Kirche hat diesen Sachverhalt schon früh erkannt und im 16. Jahrhundert im Zuge von Hexenprozessen den Delinquenten die Haut als Ursache allen Übels einfach abgezogen. Ursprünglich dachte man, daß das leicht geht und man nur die Fixierungen in Form von Zehen- und Fingernägeln rausziehen muß, um die Haut als ganzes abstreifen zu können.) | ||
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Die unbewußt ambivalente Einstellung zur Haut zeigt sich auch in der
Tatsache, daß Menschen die Haut von Tieren benutzen, um die eigene Haut
zu verdecken, und auch daraus durchaus Lustgewinn ziehen (Steigerung:
Leder auf nackter Haut!).
Die vereinzelt geäußerte Vermutung, die Haut wäre eigentlich ein Alien,
der sich über den Körper des Menschen stülpt und ihn zu willfährigen
Sklaven macht, fand in der Wissenschaft bisher nur wenig Zustimmung.
Manche Menschen, bei denen der Verdrängungsmechanismus nicht so perfekt funktioniert (was nicht so weit führen würde, die Abscheu gegen die Haut auch zu formulieren), finden ein Ventil in gesellschaftlich unauffälligen und verträglichen Betätigungen wie Paragleiten oder Motorradfahren, bei denen man "die Haut riskieren" oder "zu Markte tragen" kann, was trotzdem nur selten den gewünschten Effekt bringt. | ||
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| Wie sich zeigt, stehen wir in der Hautforschung noch ganz am Anfang und der Zeitpunkt, wo wir uns von dieser Plage befreien werden können, dürfte noch in weiter Ferne liegen. | ||
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| Norbert Eigl | ||
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