Die Heisenbergsche Unschärferelation


Wohl einer der bislang fundiertesten Beiträge im Bereich Quantenphysik
von Norbert Eigl

Wieder einmal sind aus einem Keller der Universität bärtige und verstaubte Gestalten in ehemals weißen Kitteln aufgetaucht, was zuerst Schrecken hervorrief (Wer sind diese Leute? Woher kommen sie? Und vor allem: Wer hat sie bezahlt?), welcher sich aber bald in der erleichternden und banalen Erkenntnis auflöste, daß einfach ein weiteres, bereits in Vergessenheit geratenes Forschungsprojekt ein Ende gefunden hatte.

Ziel der verwegenen Schar war es, die Heisenbergsche Unschärferelation aus dem Beziehungssystem der mikrophysikalischen Welt herauszureißen und in der makrophysikalischen Welt (Anm. für Laien: ist alles, worauf man draufsteigen kann) auf Brauchbarkeit zu überprüfen.

Die Ergebnisse sind sensationell und sollen daher der interessierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden:

Da sich im Lexikon die Heisenbergsche U. als „eine Beziehung zw. zwei physikal. Größen eines mikrophysikal. Systems (z.B. eines Elementarteilchens), die sich darin auswirkt, daß sich gleichzeitig immer nur eine von beiden Größen genau bestimmen läßt" beschrieben findet, suchte man nach einer offensichtlichen Analogie und fand diese zuerst in einem Schuhgeschäft:
(Originaldialog):

AM:Wieviel kosten diese Schuhe?
Verkäuferin: 600,- Schilling
(Damit war eine physikalische Größe festgestellt)
AM:Welche Größe haben diese Schuhe?
Verkäuferin:Größe neuneinhalb
(Damit war die zweite physikalische Größe festgestellt)
AM:Wir kaufen diese Schuhe Größe neuneinhalb.
Wieviel?
Verkäufer:599,90


Und da war sie, die H.U.! Kaum hatten die AM-Forscher die exakte Größe genannt, wurde der ehemals genannte Preis unscharf!
Eine nähere Untersuchung der ausgestellten Schuhe brachte ans Licht, daß alle Preise unscharf waren, was nur damit zu erklären war, daß für den Kunden die paßgenaue Größe der wichtigere Wert zu sein scheint, sodaß die Preisunschärfe in Kauf genommen wird.

Gleichzeitig stellten die AM-Forscher einen Umkehreffekt der H.U. fest, der als H.U.H.U. (Humaner Umkehreffekt Heisenbergscher Umschärferelation) seinen Einzug in die Wissenschaft feierte, als man nämlich feststellte, daß bei immer genauerer Bestimmung mehrerer physikalischer Größen der Verkäuferin diese zunehmend schärfer wirkte!
(Dies war nicht sexistisch, sondern als Kompliment gedacht!)
In einem Lebensmittelgeschäft mußte die H.U. ihre nächste Bewährungsprobe bestehen. Zuerst schien allerdings ein Rückschlag zu drohen.
Auf die Frage: "Wir hätten gerne ein Kilogramm Reis. Wieviel kostet das?" wurde vorerst der überaschend genaue Preis von 7,- Schilling genannt.

Die Beziehung 1 Kg = 7 Schilling war zu genau um wahr zu sein, also wurde der Reis nachgewogen, wobei sich herausstellte, daß es sich nur um 996,56 Gramm handelte. Quod erat demonstrandum.

Im Zuge dieser Recherchen stieß man auf eine wiederum unbekannte Spielart der H.U, die doppelte H.U., als man herausfand, daß unscharfe Mengen (offizielle Angabe 1 Liter, wirklich aber nur 0,9987635 Liter) mit unscharfen Preisen (8,99) kombiniert auftraten, ein Umstand, der die Regel zu sein schien, letztlich aber keinen unauflösbaren Widerspruch zur H.U. darstellte.

Diese ermutigenden Ergebnisse der Feldversuche wurden durch anschließende ausführliche Labortests untermauert. So ergab auch der Trinkglastest, daß man entweder nur das Gewicht des Glases oder eben nur seinen Rauminhalt messen konnte, nie beides zugleich: sobald das auf der Waage stehende Glas mit einer geeichten Menge an Wasser befüllt wurde, veränderte sich das gerade noch einwandfrei feststellbare Gewicht bis zur Unkenntlichkeit. Die Versuchsreihe wurde mit Bier und später mit Wein weitergeführt, was auch der Grund für die zeitliche Ausdehnung der Laborversuche war.

Aus all dem läßt sich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Unsicherheit folgern, daß Heisenberg selbst das erste Opfer seiner eigenen Theorie wurde: Als er nämlich seine Theorie formulierte, war er dermaßen auf die mikrophysikalische Umwelt konzentriert, daß die makrophysikalische nicht nur nicht mehr feststell- und meßbar, sondern gänzlich aus seinem Wahrnehmungsbereich verschwunden war, sodaß er glaubte, die H.U. hätte nur eine mikrophysikalische Daseinsberechtigung.

Aber so sind sie nun einmal, die Wissenschafter.

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