Regeln der Erforschung
der künstlichen Dummheit


Probleme derEinseitigkeit

Wir sind stolz darauf, mit einigen der bisherigen Beiträge bei einigen Lesern besonders tiefgreifende Denkvorgänge augelöst zu haben. Dazu ein Auszug aus einem Leserbrief:

Dr. Othell zum Thema "In eigener Sache":
Nachdem ich mit dem Ziel eines adäquaten Lesegenusses den Pfeil nach rechts ausgeschnitten habe und (wie ich zugebe wider Erwarten) auch den Pfeil nach links entdecken konnte, entfernte ich diesen, da mir nähere Angaben dazu in Ihrem Text fehlten, durch stundenlanges Radieren.

Die sich durch diese Tätigkeit einstellende Hypertension gipfelte in cerebralen Konversionsreaktionen mit depressiver Hypermnesietendenz.

Da man mir in der hiesigen Anstaltsbibliothek keine Bücher mehr borgt (der Bibliothekar sieht das Ausschneiden der Pfeile ebenso wie das anschließende Entfernen als Sachbeschädigung an), möchte ich die Frage, die mich seither beschäftigt, einem breiteren Publikum stellen.

Warum stellt sich bei horizontaler Pfeilausrichtung ein Gleichgewicht links-rechts ein, nicht jedoch bei vertikaler Ausrichtung.

Obwohl ich bis zu 10 Pfeile in eine einzige Seite schnitt, konnte ich bei der anschließenden Suche keinen einzigen Pfeil nach unten entdecken. Was mache ich falsch?


Da die Infoline des MIAMI trotz Tests an 60 Exemplaren des ersten Bandes der AM-Reports (Restposten) keine Erklärung geben konnte, wurde die Frage an die Akademie für Topologie und Talmudforschung (ToTal) weitergegeben.

Dem Talmud entsprechend wurde eine 4-stufige Antwort gewählt, die topologisch dem 4-Farb-Theorem entspricht.


  • aus dem geheimen Buch der Gebarung nach Alchimed:

    Wie oben so unten

    Dieses in allen Religionen bekannte Prinzip macht eine Aufhebung der nach oben oder unten gerichteten Pfeile überflüssig.


  • soziologisch:

    Die aufhebende Wirkung der Pfeile ist prinzipiell aus der Interaktion zu sehen.

    Auch die seitwärts ausgerichteten Pfeile ergeben sich nur dann, wenn der Betrachter in der Lage ist, die Seite zu wechseln (=umblättern). Wird also die Seite im Schriftwerk gewechselt, sind die horizontalen Pfeile betroffen. Wird jedoch zusätzlich die Seite des Tisches, auf dem sich das Schriftwerk befindet gewechselt, dann ändern sich die vertikalen Pfeile, wobei die horizontal ausgerichteten wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückkehren.


  • Dualismus

    (Kertisen Ger/ Partnerschaft kontra Sexualität/1993):

    Die Unvereinbarkeit von Partnerschaft und Sexualität zeigt sich in jedem Pfeil (=Phallus) der sich zwischen zwei Menschen drängt.

    Jede offensichtliche Ausrichtung des Phallus, die für einen selbst nach oben, also zur Erweiterung, Erfüllung und Höherentwicklung zeigt, stellt durch die auf ihn gerichtete Pfeilspitze eine Bedrohung dar, bedeutet für das Gegenüber eine Einschränkung und Repression bis hin zur ( sexuellen ) Nötigung.

    Ebenso wie jeder nach rechts gerichtete Phallus als Eingehen auf die Umwelt, sich für das Gegenüber als nach links gerichtet, also als Abkehr darstellt.

    Der Pfeil zeigt somit sehr deutlich, daß Sexualitätin jedem Fall nur auf Kosten der anderen möglich erscheint.

    (Anm.d.Red.: Das gilt jedoch nicht, wenn man alleine vor dem Buch sitzt!)


  • Mathematik:

    Naheliegend, den Pfeil als Vektor aufzufassen.

    Für die Darstellung eines Vektors im 2-dimensionalen Raum "Buchseite" verwenden wir komplexe Zahlen.

    Dabei kann jeder Vektor (=Pfeil) als Zahlenpaar notiert werden.

    Pfeil nach rechts = (1,0); links (-1,0); oben (0,1) und unten (0,-1).

    Die komplexen Zahlen bestehen aus einem Realteil (erster Wert des Zahlenpaares) und einem Imaginärteil (zweiter Wert).

    Wie sofort zu sehen ist, unterscheiden sich die vier Richtungsfpeile durch unterschiedliche Real- und Imaginärteile.

    Links und rechts unterscheiden sich durch das Vorzeichen im Realteil der entsprechenden komplexen Zahlen. Oben und unten aber haben den gleichen Realanteil, der Unterschied besteht hier im Imaginärteil.

    Der Unterschied im Realteil ist selbstverständlich mit freiem Auge "real" zu sehen (links-rechts).

    Der Unterschied zwischen Oben und Unten ist jedoch imaginär. Dies ist auch der Grund, warum er nicht real sichtbar ist.

    Wie jedoch als bekannt vorausgesetzt werden darf, sind Objekte, die in einem Spiegel sichtbar werden, an der vom Spiegel gezeigten Stelle nicht real, also imaginär.

    Wir verwenden daher einen Spiegel, um den imaginären Anteil der Pfeilausrichtung zu untersuchen.

    Wird der Spiegel an das obere Ende des Buches gehalten, kann man ein imaginäres Buch und darauf einen imaginären Pfeil sehen.

    Die Theorie ist dadurch bestätigt, daß dieser Pfeil nun unserem realen Pfeil entgegengesetzt ist.

    Als zusätzliche Bestätigung ist in diesem imaginären Bild wiederum keine links-rechts-Differenz zu sehen, wie die Darstellung als komplexe Zahl bereits vorgibt. links (-1,0) , rechts (1,0, ), Imaginärteil gleich. Abschließend nochmals unseren Dank für den anregenden Leserbrief.