Der Unterschied zwischen Tier und Mensch


(und kann ihn der Mensch aufholen?)

Aus dem Restseller "Kleider machen Leute" von Shorty V


Seit er denken kann ist er mit Tieren konfrontiert, die jedes für sich irgendwelche Besonderheiten aufzeigen, aus denen sie ihr Selbstbewußtsein schöpfen.

Nur allzu verständlich, daß auch der Mensch etwas Besonderes sein möchte und seither nach irgend einem Detail sucht, das ihn der Tierwelt überlegen machen könnte.

Nachdem jedwede Art von körperlichem Vergleich mit Elefanten, Löwen, Adlern ganz offensichtlich nicht den ersehnten Erfolg bringen kann, hat sich der Mensch auf den Vergleich unsichtbarer Werte konzentriert, nicht zuletzt auch, da eine behauptete Überlegenheit nicht so leicht zu widerlegen ist.

Intelligenz, als etwas unnatürliche Art auf Umweltreize zu reagieren, wurde definiert und gleichzeitig der Mensch zum Sieger dieser Kategorie gewählt.

Versuche, mit denen man Tieren ihre Unterlegenheit in dieser Kategorie vor Augen führen wollte, zeitigten jedoch bittere Erfahrungen. Intelligenz ist nicht dem Menschen vorbehalten, hat jedoch in der Natur den Stellenwert einer Notlösung. Ein Löwe, der keine Rechenaufgabe löst, um an sein Fressen zu gelangen, sondern sich dieses einfach durch Gewalt aneignet, zeigt zumindest in der Auswahl seiner Vorgehensweise intelligentes, zielgerichtetes Verhalten.

Um den postulierten Vorsprung nicht zu verlieren, wurde daher "menschliche Intelligenz" als Prüfkriterium gewählt, obwohl es schwerfällt, jemanden als intelligent zu bezeichnen, der nun die Rechenaufgabe löst, auch wenn es dafür keine Belohnung gibt.

Tests zeigen, daß Tiere in dieser Kategorie durchwegs schlecht abschneiden. Als menschliches Attribut muß es jedoch verworfen werden, da trotz des schlechten Abschneidens der gesamten Fauna kein Vorsprung des Menschen festgestellt werden kann.

Aber: Intelligenz ist nicht alles!


Stichwort "Werkzeuggebrauch":

Es fiel Forschern auf, daß Tiere im Gegensatz zu Menschen selten mit Gegenständen angetroffen werden, denen sie eine spezielle Funktion zuordnen, deretwegen sie diese mit sich herumtragen.

Klingt gut!

Allerdings nicht wirklich, wenn der Mensch haufenweise Dinge sammelt und mit sich herumträgt, die er gar nicht braucht.

Auch wenn die althergebrachten, auf der Irrlehre Descartes aufgebauten Wissenschaften noch weiter suchen, können wir auch diesen Punkt abhaken.

Tatsächlich ist ein grundlegender Unterschied zwischen Tier und Mensch, daß sich die meisten Menschen des öfteren bekleiden, wohingegen das Tiere im Normalfall nicht tun, abgesehen von einigen Pudeln, die sich das aber auch nicht selbst antun würden.


Wenn wir also einen Entwicklungsschritt postulieren, dann ist er in der Bekleidung zu finden.

Die tatsächliche Überlegenheit des Menschen liegt also in seiner ausgeprägten Fähigkeit, sich zu bekleiden. Dadurch wurde der Mensch zu einem hohen Maße unabhängig von Kriterien natürlicher Schönheit.

Der Wunsch der Wissenschaft, Darwin, Einstein, Newton zur höchsten Entwicklungsstufe zu erklären, ist damit genauso unhaltbar, wie die Annahme, daß Goethe, Schiller, Mozart oder Beethoven hier einzuordnen wären.

Wie auch ihre Vorbildwirkung zeigt, (wer kennt schon die obengenannten Personen), ist die Krönung der Schöpfung in Models (Schiffer, Evangelista, Crawford, Auermann, ...) erreicht.

Durch diese Erkenntnis gelingt es auch, einige bisher unverstandene Phänomene zu klären:

Models haben zumeist ein höheres Einkommen und sind bekannter. Ihre Vorbildwirkung ist wesentlich größer. Wie eine erste Stichprobe zeigte, dürften sie auch öfters auf Kalendern, bzw. in Illustrierten abgebildet sein, als jeder Wissenschaftler.

Durch diese Erkenntnis stellt sich der Einfluß der Wissenschaft auf die Regierungen als Beschränkung der Evolutionsmöglichkeiten des Menschen dar.

Um unsere Überlegenheit auf diesem Gebiet abzusichern, sind einige Sofortmaßnahmen nötig:

1) Bekleidung kommt in den Lehrplänen der allgemeinen Schulen nicht vor.

Ein, den neuesten Erkenntnissen entsprechend taillierter Lehrplan, wird zur Zeit erstellt.

2) Schulbücher sind gratis, jedoch nicht Designerkleidung für den Schulbesuch (meines Wissens nach, nicht einmal normale Kleidung).

3) Es gibt Stipendien für der Besuch höherer Schulen.

Modeausstellungen sind aber zur Gänze selbst zu finanzieren und nicht einmal von der Steuer absetzbar.

4) Der Staat unterhält Büchereien, wo der Allgemeinheit mit massiver finanzieller Unterstützung unzählige Schriftwerke aller Themenbereiche angeboten werden.

Es sind daher dringenst "Leihboutiquen" einzurichten, von denen gegen geringes Entgelt Bekleidung jeder Art zu beziehen ist.

5) Literatur-Staatspreise sind durch Bekleidungsprämien zu ersetzen.

6) Der Nobelpreis für Bekleidung ist zu schaffen.

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