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Neue Formen der Religiosität | ||
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Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als wäre seit dem Mittelalter ein
kontinuierliches Abnehmen der Religiosität zu verzeichnen.
Vor allem in Ballungsräumen scheint auf den ersten Blick die spirituelle Anlage
des Menschen auf der Strecke zu bleiben.
Allen, die bei der Wiederbelebung religiöser Werte auf den Einfluß der Sekten hoffen, muß zu denken geben, daß diese trotz groß angelegter Werbekampagnen kaum Mehrheiten errreichen. Viel hoffnungsvoller erscheint uns, daß sich ohne großes Aufsehen, beinahe unbemerkt religiöse Rituale entwickelt haben, die die gesamte Bevölkerung erfassen und zudem meist öffentlich gefördert werden, sodaß alle Voraussetzungen einer neuen Staatsreligion erfüllt sind. | ||
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Opfergaben:Der Mensch hat heute die Möglichkeit, mittels Erlagschein für jeden beliebigen Zweck zu spenden. Doch mit Opfern im ursprünglichen Verständnis hat dies nichts zu tun. Es sind virtuelle Werte, Beträge die dem Drang zur Selbstbeschränkung nicht befriedigen können.Der Mensch des Altertums opferte einen Teil seiner Nahrung, teilte sozusagen seine materiellen Dinge mit seinem Gott. Da Gott sie sich nicht holte, ließ er den geopferten Teil als Rauch zum Himmel steigen, wo die meisten Menschen auch heute noch ihren Gott vermuten. Und exakt diese Möglichkeit steht dank staatlicher Initiative dem Menschen auch heute wieder offen. An vielen öffentlichen Orten, sowie in den meisten Wohnhäusern sind Opferschalen aufgestellt, die von den Menschen angenommen und auch gerne befüllt werden, ja oft sogar überquellen. Wir haben beobachtet, daß viele Menschen sich Teile ihres Mittagessens versagen, um damit die Opfergefäße zu befüllen. Schüler wurden beobachtet, die sich mit halben Jausenbroten begnügten, um den Rest zu opfern. Auch der bereits in der griechischen Sage erwähnte Neid der Götter dürfte noch eine Rolle spielen. So werden oft Dinge, die für den Menschen mit dem größten Lustgewinn verbunden sind und dadurch ja auch Schuldgefühle erzeugen mit eigenen Opferpapieren überzogen oder bereits in Opferschatullen verkauft. Damit können zB. Süßigkeiten, auf die ja auch Götter scharf sein sollen, vor deren Blicken verborgen werden. Zu diesem Zweck sind diese rituellen Umhüllungen meist reich verziert und werden, da sie dadurch auch den Göttern auffallen müen natürlich geopfert. An fixen Kulttagen werden die geopferten Waren von orangegewandeten Priestern eingesmmelt und in zentralen Kultstätten als Brandopfer dargebracht. Der rituelle Rauch wird dabei über hohe Kirchtürme möglichst nahe zu den Göttern geleitet. | ||
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Die hohe Wertschätzung dieses Kults zeigt sich nicht nur in der regen
Opferbereitschaft der Bevölkerung.
Oftmals folgen den ebensfalls orangefarbenen rituellen Sammelfahrzeugen ganze Kolonnen von freudig hupenden Autofahrern durch die Strassen. | ||
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Farbgestützte MeditationEs wird als bekannt vorausgesetzt, welche tiefe mystische Bedeutung die Farben Rot und Grün seit jeher für den Menschen haben.Rot als Farbe des Blutes, daß Verletzungen und damit Gefahr anzeigt, lädt den Menschen zum Innehalten, zum Überdenken seines Weges ein. Grün wiederum kennzeichnet das Wachstum, die Erweiterung und animiert den Menschen zu Bewegung und Aktivität. Vor allem im städtischen Bereich und an vielbesuchten Orten werden laufend Meditationsampeln montiert, deren rotes Licht den Vorbeiziehenden zu Besinnung und innerer Einkehr einladen soll. Durch Einspielen von Phasen grünen Lichtes wird dabei der ewige Rhytmus von Leben und tot treffend und vor allem sehr anschaulich dargestellt. Wir konnten feststellen, daß diese religiösen Übungen von einem Großteil der Bevölkerung gerne mitgemacht werden und die grüngewandeten Priester nur selten Grund zur Einhebung von Bußgeld haben. | ||
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