Neue Formen der Religiosität

2. Teil

Dankenswerterweise überlassen von
Lokyz

Ablaßhandel


Es ist uns aufgefallen, daß der Ablaßhandel des Mittelalters sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut.

Die Menschen spenden hohe virtuelle Werte, um von freundlichen Ministranten in Monetentempeln besonders begehrte und hochwertige Ablaßbriefe zu erhalten.
Der Sündenerlaßwert wird in großen Sündentempeln in Frankfurt, New York und Tokyo festgelegt. Davon ist die Beliebtheit der Ablaßbriefe der verschiedenen kapitalertragsorientierten Glaubensgemeinschaften abhängig.


Ein weiteres Phänomen, das nahezu die gesamte Bevölkerung erfaßt, ist der Ablaßhandel unmittelbar beim Begehen der Sünde.
Nachdem der Bürger sich in Konsumtempeln mit Orgienzubehör, Sündigungsinstrumenten, der Völlerei dienenden Fressalien und Ähnlichem eingedeckt hat, begibt er sich zum Ausgang des Tempels.
Bevor er jedoch diesen erreichen kann, wird er durch Tore geschleust, an denen die Sündenwerte der einzelnen Konsumgüter addiert werden, und man zur sofortigen Begleichung der Opfersumme aufgefordert wird. Sogar ein Obulus für den Steuergott Theo aus dem Weißwursthimmelreich ist bereits integriert. Danach erhält man einen kleinen Ablaßbrief mit Nummernkodierung, und kann erleichtert von dannen ziehen, diesen kann man oftmals wiederum bei Gott Theos Priestern geltend machen.
Die Rückmeldung von besagtem Theo ist für die meisten Bürger eine wahre Offenbarung.
Im Ablaßhandel erfreut sich jedoch bei der Bevölkerung die Forderung von Spendenwerten äußerster Unbeliebtheit, diese erhält man meist nach der Inanspruchnahme von Gottesdienstleistungen.

Beispiel: Bei der Netzgemeinde führen die fordernden Ablaßbriefe der Telekom-Kirche oftmals zu extremen Schockreaktionen, Herzstillständen und Ohnmachtsanfällen.

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