wozu Fremdsprachen ?


Nik ( Mistelbacher Artificial Madness Institute )


Wir leben in Zeiten allumfassender Rationalisierungen. Unrentable Betriebe werden geschlossen, was sich nicht rentiert, wird einfach nicht gemacht.
Natürlich macht dieser Prozeß nur Sinn, wenn man an den Wurzeln beginnt. Daher haben sich Organisationsprofis der AM-Forschung aufgemacht, um die Lehrpläne der Schulen und Universitäten unter die Lupe zu nehmen.

Mit großem Erfolg, da gezeigt werden kann, daß der Aufwand an Lehrpersonal, Unterrichtseinheiten und damit der Raumbedarf auf ca. 25 % der bisherigen Zahlen gesenkt werden kann.
Sollte als Endziel "Anwendung von EDV-Programmen" als einziger Unterrichtsgegenstand ausreichen, können vorab schon mal einige Rationalisierungen erfolgen.


Das größte Potential an Einsparung liegt dabei im Bereich Fremdsprachen

Wozu braucht man Fremdsprachen ?

Gehen wir davon aus, daß sich der jahrelange Aufwand, eine Fremdsprache zu lernen auch rechnen muß !
Sprachen dienen üblicherweise dazu, Informationen zu übertragen. Eine Fremdsprache muß mich also in die Lage versetzen, Informationen zu erhalten, die für mich Vorteile bringen.
Es ist sehr leicht zu zeigen, daß ein Großteil der Informationsweitergabe in der Muttersprache passiert, und bei den verbleibenden Übertragungen in einer Fremdsprache über 3/4 der gesprochenen Sätze keinerlei Vorteile bringen.
Darüber hinaus gibt es unzählige Sprachen, wobei sehr weit verbreitete Sprachen wie Chinesisch oder Indisch im deutschsprachigen Raum zusätzlich stark vernachlässigt werden.
Die wenigen verbleibenden Sätze, die in einer mir bekannten Sprache verfügbar werden, sollten daher einen großen Vorteil bringen, um den Lernaufwand zu rechtfertigen.


Tun sie aber nicht !

Welche Sätze könnten das sein ?
"Guten Tag, ich möchte Ihnen mein Auto schenken !"
Ist der Satz ernstgemeint, kann er durchaus als Rechtfertigung für das Erlernen einer Fremdsprache herangezogen werden, war es allerdings ein Scherz, dann ist es wohl besser, man hat ihn gar nicht verstanden.
Derartige Sätze kommen zumeist nur zwischen engen Bekannten vor, die in der überwiegenden Zahl dieselbe Sprache sprechen.

Letztendlich ist der Fall unwahrscheinlicher, als die Annahme, zum Bundespräsident gewählt zu werden. Und dann haben Sie einen Dienstwagen mit Chauffeur, bei dem Ihnen sogar der Benzin bezahlt wird.

Zudem können Sie davon ausgehen, daß ein Haken dabei ist, wenn Ihnen ein Fremder ein Auto schenken will.

Teilen wir die Sätze nach dem Vorteil, den sie bringen, sind ca. 80 % vollkommen wertlos und kein Argument, eine fremde Sprache zu lernen. Bei den restlichen Formulierungen bringen weniger als 1 % einen Vorteil, der den Lernaufwand rechtfertigen kann, aber gerade in dieser Gruppe ist der überwiegende Anteil von 99,82 % der Sätze in der Muttersprache gehalten, da es zumeist Aussagen im engsten Bekannten/Verwandtenkreis sind.

Und erhalten Sie tatsächlich mal das Angebot Ihres Lebens in einer fremden Sprache, dann ist es ziemlich unwahrscheinlich, daß es gerade die Sprache ist, die Sie gelernt haben.

Werfen wir doch unsere Illusionen über Bord. Fremdsprachen ja, aber nur für Diplomaten und Schilehrer, das müßte reichen.

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