Sprachforschung
Rechtschreibreform


Anmerkungen zur Rechtschreibreform

(aus dem Sonderheft "Virtuelle Semantik" des Miam-Institutes/NK)


These
Die Komplexität jeder Sprache, die tatsächlich Verwendung findet, kann auf Dauer nicht über die Möglichkeiten derer hinausgehen, die sie aktiv (sprechen oder schreiben) oder auch nur passiv (hören oder lesen) anwenden.

Der ursprüngliche Sinn der Sprache, Gedankengänge über das ohnehin sichtbare Maß hinausgehend mitzuteilen, bedingt eine Anpassung der Sprache bezüglich Komplexität an die cerebralen Möglichkeiten ihrer Konsumenten.

Daher ist eine Rechtschreibreform im Sinne einer Vereinfachung als logische Konsequenz der Bildungsreform unausweichlich und ergo zu befürworten.

Es sei jedoch erlaubt anzumerken, daß die sprachlichen Möglichkeiten der Reformaushecker natürlich an das Ziel, Simplifizierung der Sprache, angepaßt sein müssen, da komplexe Gedankengänge das gesteckte Ziel unweigerlich in weite Ferne rücken lassen.

Ohne in diesem Punkt Kritik zu äußern (es besteht dazu meines Erachtens kein Anlaß), sollte doch ein wesentlich radikalerer Schritt gewählt werden.

Sprachreform und damit Rechtschreibreform kann nicht durch Personen durchgeführt werden, die im Solde dieses Komplexes stehen, wie Deutsch-Professoren, Sprachwissenschafter, etc, da ihr Ansehen direkt von der Komplexität der Sprache abhängt.

Vielmehr sollte man das revolutionäre Potential nutzen, das bei jedermann aktiviert wird, der mit den Unmenschlichkeiten der deutschen Sprache zum ersten Male in Berührung kommt.

Dabei kann JEDE Kreation, die nach bisheriger Auffassung als Schreibfehler einzustufen gewesen wäre, als Indiz dafür genommen werden, daß die Sprache hier ihren Bezug zum Menschen verloren hat und daher zu korrigieren ist.

Durch diesen Ansatz konnte eine tiefgehende Revolution erzielt werden, die aus dem Dinosaurier "Deutsch" ein, in seiner Ästhetik unnachahmliches, zwischenmenschliches Bindeglied formte.


Methode

Die sprachlichen Hervorbringungen von

a) Volksschülern der ersten 3 Jahrgänge, sowie
b) von Anfängern der "Deutschkurse" an Volkshochschulen wurden verglichen.

Erkenntnis 1:

Unserem Schulsystem entsprechend wird Volksschule in Hinkunft auch als "Folgsschule" beschrieben werden dürfen. Diese Erkenntnis ist auch dadurch schlüssig, daß es keine Alternative (zumindest für die Schüler) gibt.

Erkentnis 2:

Die Groß- und Kleinschreibung bleibt, jedoch werden in Hinkunft die Worte groß geschrieben, die dem Verfasser wichtig sind. einerseits wird das erlernen der sprache dadurch Einfacher, andererseits werden auch die ausdrucksmöglichkeiten Verbessert.

"Ich will nicht" hat eine Ganz Andere bedeutung als "ich Will nicht" oder "Ich will Nicht".

der effekt der großschreibung Kann verstärkt werden, indem NICHT NUR der erste, sondern je nach wichtigkeit AUch die DARauffolgenden buchstaben ERHÖHT werden.

um bei unserem beispiel zu bleiben : ich WILL NICHT.

sind nun in einer hervorbringung KEINE großbuchstaben, kann die formulierung ZUR GÄNZE weggelassen werden.

andererseits kann die großschreibung eines ganzen satzes durch einen großpunkt (! statt .) am ENDe des satzes ersetzt werden! zusätzliche großbuchstaben bringen damit eine DOPPelte betonung.

Erkenntnis 3:

der Zwang zu subjekt und prädikat fällt WEG! das prädikat unwichtig, dann WEG damit.

am abend dämmert auch OHNE subjekt.

wiederum ergibt ZUsätzliche möglichkeiten, durch gezieltes weglassen.

Erkenntnis 4:

gibt KEINE rechtschreibfehler!

JEDE variation als Betonung aus dem zusammenhang. LAUTE klocke oder LEISE glingel. gepolsterte DÜR, kranitprocken, guscheldier geben ZUSÄtzliche hinweise über die PERsönliche sichtweise des verfassers.

Erkenntnis 5:

nachdem jeder OHNEHIN artikel gelernt, NICHT NOTWENDIG, wenn eeh klar.

lesende kan ja datzudengen, wenn wollen.

Da die politische Entscheidung über die Umsetzung der hier vorgeschlagenen Reform noch nicht gefallen ist, wird der Rest in der bisher üblichen Form gehalten.

Ich möchte nochmals hervorheben, daß die hier vorgestellte Reform im Gegensatz zu jeder anderen Variante nicht bloß eine Entfernung historischer Relikte beinhaltet, vielmehr wird die zwischenmenschliche Kommunikation durch diese nahtlose Anpassung der Grammatik an die Gehirntätigkeit intensiviert und vertieft.

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