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Tafelforschung | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Universität für NM & AM Schilda Institut für experimentelle und angewandte Tafelforschung | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Tafelforschung heute
Einleitung: Mit großer Genugtuung nehmen wir zur Kenntnis, daß die Tafelforschung auch außerhalb unseres Instituts zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Tatsache, daß sich auch außeruniversitäre Kreise in zunehmendem Maße mit der Problematik der Tafel zu beschäftigen beginnen, unterstreicht die Notwendigkeit einer breit angelegten Aufklärungsarbeit die alle Bevölkerungsschichten erreichen muß. Nach Durchsicht der Abhandlung ist Priv. Do. Kurz einerseits großes Lob für den juridischen Blickwinkel zu zollen, umsomehr als dieser zweifelsfrei in unserem Institut vernachlässigt wird, andererseits ist aber vor allem im Hinblick auf unsere nun schon mehrere Jahre andauernden Studien auf diesem Gebiet, doch einiges kritisch anzumerken. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bitte eintreten:
Die Beobachtungen um die "Bitte eintreten"-Tafel und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse stimmen mit unseren Forschungsergebnissen überein. Offensichtlich ist Priv. Do. Kurz aber auf diesem Gebiet noch nicht sehr weit gekommen. Eine von unserem Institut durchgeführte Untersuchung zum selben Thema zeigte, daß nicht nur die Tafel selbst, sondern auch andere Gegenstände in Sichtweite der Tafel von Zerstörung betroffen sein können. Bei 824 Versuchspersonen konnte folgendes Testverhalten beobachtet werden:
Somit zeigten 32 Versuchspersonen (3.9%) ein positives Testergebnis. Im Test wurde die Tafel von 12 Versuchspersonen (1.5%) eingetreten. Die zerstörten Tafeln mußten durch neue Tafeln ersetzt werden. Da nach einer Zerstörung der Tafel das Tafelziel selbst nicht mehr erkennbar ist, kann eigentlich nicht mehr von der Erreichung des Testziels gesprochen werden. Eine erste wesentliche Erkenntnis, die wir somit aus der Studie gewinnen konnten war, daß die Tafel selbst geschützt werden muß (weiterführende Studie siehe unten). Die Tatsache, daß andere Gegenstände in Sichtweite eingetreten wurden, muß als Erreichen des Tafelziels gewertet werden. 20 Versuchspersonen (2.4%) erreichten somit uneingeschränkt das eigentliche Testziel. Bestürzend ist, daß 792 Personen oder 96.1% das Tafelziel nicht erkannten und somit das Testziel nicht erreichten. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Bemühung unseres Institutes im Bereich der Aufklärungsarbeit. Da in unserem Institut ein großes Interesse an der angewandten Tafelforschung besteht - wir arbeiten auf diesem Gebiet sehr eng mit der Wirtschaft zusammen - wurde eine weiterführende Studie durchgeführt. Ziel der Studie war es, geeignete Schutzformen für die Tafel "Bitte eintreten" zu finden. Folgende Prototypen konnten in unserem Versuchslabor entwickelt und bereits an einem kleinen Testkollektiv getestet werden: 1) Eine (etwas kleinere) Zusatztafel mit der Aufschrift "Bitte nicht eintreten", welche auf der ursprünglichen Tafel derart anzubringen ist, daß der Text der ursprünglichen Tafel noch vollständig lesbar ist. Keine einzige der 7 Versuchspersonen hat die ursprüngliche Tafel bzw. die Zusatztafel oder beide eingetreten. 1 Versuchsperson hat allerdings den Glastisch (durch Draufsetzen) eingetreten. Darüber hinaus wurden keine weiteren Gegenstände eingetreten. 5 der 7 Versuchspersonen gaben in einem anschließenden Gespräch an, etwas verwirrt zu sein. 2 Versuchspersonen verweigerten jegliche Angaben oder konnten keine Angaben machen. Die untersuchte Testgruppe ist ohne Zweifel zu klein um gesicherte Erkenntnisse ableiten zu können. Es kann nur vermutet werden, daß die ursprüngliche Tafel durch die Zusatztafel zwar gut geschützt wird, das ursprüngliche Tafelziel selbst aber überhaupt nicht mehr erreicht wird. 2) Eine textuell leicht modifizierte Tafel mit der Aufschrift "Vor dem Eintreten bitte klopfen". Durch diese feine aber wesentliche Veränderung konnte (im Test) erreicht werden, daß der Testleiter in 11 von 14 Fällen durch das Klopfen der Versuchsperson verständigt wurde und in diesen Fällen eine Zerstörung der Tafel, falls geplant, von vornherein verhindern konnte. 9 dieser 11 Versuchspersonen erklärten in einem anschließenden Gespräch, daß sie sicherlich weder die Tafel noch sonst einen Gegenstand in Sichtweite eintreten wollten. Von diesen waren 2 männlichen und 7 weiblichen Geschlechts. Eine Versuchsperson erklärte, daß sie hin und wieder mit dem Gedanken spiele, derartige Tafeln und/oder Gegenstände in Sichtweite, aber auch außerhalb der Sichtweite einzutreten, im konkreten Fall die Tafel aber eher nicht, bis fast sicher nicht, eintreten wollte. Eine Versuchsperson gab keine Auskunft. Von den restlichen 3 der 14 Versuchspersonen klopften 2 so leise, daß sie vom Testleiter nicht gehört wurden. Allerdings traten sie weder die Tafel noch sonst einen Gegenstand ein. Eine Versuchsperson klopfte gar nicht, sondern trat sofort den Glastisch (wiederum durch Draufsetzen) ein. Eine unabhängig von den Studien durchgeführte Untersuchung ergab, daß es sich in allen Fällen, in denen der Glastisch (durch Draufsetzen) eingetreten wurde, um ein und dieselbe Versuchsperson handelte. Frau Leopoldine St., 92, stark sehbehindert, hatte in der Annahme in der Praxis ihres Ophthalmologen zu sein, den Glastisch jedesmal mit einer Sitzgelegenheit verwechselt. Die Tafeln selbst hatte sie in keinem der Testfälle bemerkt, geschweige denn gelesen. Um nicht in den Verdacht der Unterdrückung von Versuchsdaten zu kommen, wurden die Daten dieser Versuchsperson aus den Tests nicht entfernt. Die oben angeführte Untersuchung wurde ausführlich in unserer Monatsschrift "Experimentelle und angewandte Tafelforschung in Wort und Bild", Ausgabe Mai 1992 beschrieben. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bitte läuten:
Nach unseren Untersuchungen handelt es sich um eine der in der Bevölkerung am besten akzeptierten Tafeln überhaupt (siehe auch "Skandal: Glöckerlpartie in Schrebergartensiedlung", Leitartikel, Donaustädter Bezirkszeitung, Ausgabe August 1994). Um neue Forschungsergebnisse zu erhalten, wurden in unserem Institut Testreihen mit leicht modifizierten Versuchsanordnungen durchgeführt.
Exakt 60 % der Versuchspersonen übersieht die textuelle Änderung gänzlich. Exakt 20% der Versuchspersonen weigern sich, das auf der Tafel angeführte Tafelziel auszuführen. Exakt 20% der Versuchspersonen versuchen sich der Tafel entsprechend zu verhalten - diese Testpersonen wurden an die Univ. Klinik für Psychoanalytik weitervermittelt. Endgültige Ergebnisse der Studie sind, nach Auswertung der Rohdaten, in etwa einem halben Jahr zu erwarten. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Weiterführende Literatur:
B. Scheuert: Tafeln & Schilder im Wandel der Jahrhunderte, 1987 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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