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Der Keksi-Effekt | ||||||||||||||||||
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Neueste Erkenntnisse der Wirtschaftsforschung
Miami/NK | ||||||||||||||||||
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Wirtschaftsforscher sind seit langem in der Lage,
Entwicklungen und Markttrends für viele Jahre vorauszuberechnen.
Leider sind diese Vorausberechnungen nur von geringem Wert, da sie kaum etwas über die reale Entwicklung auszusagen vermögen. Die Regeln von Angebot und Nachfrage in der freien Marktwirtschaft erscheinen zwar logisch, müssen jedoch per Gesetz vorgeschrieben werden (siehe z.B. Kartellgesetz), was die Marktwirtschaft schon weniger frei macht. Es ist damit evident, daß zur Zeit nicht alle Mechanismen, die das menschliche Zusammenleben beeinflussen, bekannt sind. Einer der wichtigsten, bislang vollkommen unberücksichtigten Faktoren, ist die gezielte Angebotsstreuung zur Dämpfung der Effekte, die durch sprunghafte Änderungen des Marktverhaltens auftreten. | ||||||||||||||||||
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| Da dieser Effekt an der Angebotspalette "Süßwaren" erstmals isoliert untersucht werden konnte, wurde er mit dem Arbeitstitel "Keksi-Effekt" versehen. | ||||||||||||||||||
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| Wir konzentrieren uns im folgenden auf das Marktsegment "innerfamiliäres Angebot und Nachfrage betreffend Süßwaren, die in Absicht der angenehmeren Gestaltung der Weihnachtsfeiertage hergestellt und einem begrenzten Markt zum Verzehr angeboten werden". | ||||||||||||||||||
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| Wie festgestellt werden konnte, kommt üblicherweise eine Palette von 15 bis 25 Produkten auf den Markt. | ||||||||||||||||||
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| Der durchschnittliche Verbraucherkreis besteht aus 4,2 Personen, die bei erlaubten Mehrfachnennungen üblicherweise ihre Nachfrage auf 5-12 der angebotenen Produkte (Spitzenreiter Vanillekipferl) konzentrieren. | ||||||||||||||||||
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| Nach Gesetzen der freien Marktwirtschaft wäre zu erwarten, daß diese Nachfragekonzentration zu einer entsprechenden Veränderung der Angebotspalette führt, also im nächsten Jahr nur noch die meistgefragten Kekse hergestellt werden. | ||||||||||||||||||
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| Wie jedoch jeder selbst weiß, bzw. durch unsere Untersuchungen belegt ist, wird von vielen Herstellern und vor allem von besonders erfahrenen (zumeist die Großmütter) eine weit gefächerte Produktpalette gehalten bzw. über die Jahre auch noch erweitert. Obwohl dieses Phänomen rein marktwirtschaftlichen Überlegungen widerspricht, exitiert es und beweist durch seine Stabilität die Existenz des gesuchten Keksi-Effekts. | ||||||||||||||||||
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Die Sinnhaftigkeit des Keksi-Effektes wird augenscheinlich,
wenn wir uns kurz den Ablauf ohne diese Maßnahme vor Augen
führen.
Dabei ist die Angebotspalette optimal auf die Verbraucher (Mann, Kinder, Enkel, ,,,) abgestimmt und die Nachfrage damit zu 100 % gedeckt. Damit kann dem Wunsch des Verbrauchers über einen berechenbaren ( Anzahl der Kekse / Verbrauch pro Zeiteinheit ) vollständig entsprochen werden. Ab dem Verzehr des letzten Kekses sinkt das Angebot jedoch OHNE Zwischenschritt sprunghaft auf 0%. Ist also das letzte Vanillekipferl weg, dann ist einfach NICHTS (=0%) mehr da. Natürlich kann dieser extreme Übergang bei einem Teil der Verbraucher (z.B. Enkel) mangels des bislang nur in Ansätzen vorhandenen Weitblickes zu Schockerlebnissen, bzw. daraus resultierenden Entwicklungsstörungen führen. Beobachtet wurden dabei Schlingerverhalten, Hamsterallüren, bzw. krankhafte Keksenthaltung zur Schockvermeidung. Der Vorrat an Keksen sinkt damit durch die konstante Befriedigung der Nachfrage linear und ungebremst auf 0. Das Zusammentreffen der 0-Linie und des sinkenden Keksvorrates bestimmt den Auslösungszeitpunkt der bereits beschriebenen Schadensereignisse. | ||||||||||||||||||
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tBp ... Keksherstellungsphase tVp ... Keksverbrauchsphase akP ... durch den Hersteller angestrebter Kekspegel dkP ... durch die Überschneidung von tBp und tVp wird akP um den Wert dkP verfehlt | ||||||||||||||||||
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Noch gravierender wird die Situation, wenn die Nachfrage
verschiedene Produkte betrifft, die in unterschiedlichem Ausmaß
angeboten oder verzehrt werden.
Nun kann ein Verbraucher einem Angebot von 0 % gegenüberstehen (wenn er Marmelade nicht mag), während ein anderer sich die Linzersterne einverleibt und eine Befriedigung von 100 % erlebt, da der Mangel an Schokokugeln für ihn keine Beschränkung bedeutet. Klassenkämpferische Szenen innerhalb der friedlichsten Familien wurden uns berichtet. Die optimale Ausnutzung des Keksi-Effektes ist nun dann gegeben, wenn möglichst viele Kekssorten bei möglichst allen Teilnehmern der Zielgruppe unterschiedliche Bedürfnisbefriedigung bewirken können. | ||||||||||||||||||
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| Ist nun das Produkt, das eine 100 %ige Befriedigung erzielen konnte (dtVp = 100%) ausgegangen, werden die zweitbesten Kekse ins Visier genommen, jedoch mit einem etwas gebremsten Heißhunger, was sich in der prozentuellen Befriedigung (z. B. dtVp = 85%) darstellen läßt. | ||||||||||||||||||
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Dadurch sinkt auch die Nachfrage, das Absinken des Kekspegels
verlangsamt sich.
Der Nullpegel wird also nicht mit voller Intensität erreicht, sondern die Entwicklung durch das unterschiedliche Befriedigungspotential der verschiedenen Kekse gebremst. | ||||||||||||||||||
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KWP ... Kekswechselpunkt
Werden nun die Kekse zusätzlich nicht nach Typus sortiert angeboten, sondern gemischt, wird auch der Übergang zwischen den Kekstypen nicht abrupt erfolgen, da durch den steigenden Aufwand, doch noch ein 100%-Keksi zu finden, interimistisch auch bereits 90 % Keksi verzehrt werden. | ||||||||||||||||||
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Es ist zu beachten, daß der Keksi-Effekt eine Schutzmaßnahme
darstellt und NUR dann eintritt, wenn auch Kekse involviert sind,
die nahe an der 0% Marke der Bedürfnisbefriedigung
angesiedelt werden können.
Diese Kekse können jährlich wiederverwendet werden. Dies empfiehlt sich auch, da eine Verfütterung an Haustiere bei diesem Kekstyp kaum möglich ist, bzw. die Herstellung nicht jedermanns Sache ist. | ||||||||||||||||||
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Da die Vermischung zweier Kekstypen einen fließenden
Übergang des Befriedigungsausmaßes bewirkt,
ist auch das 0%-Keksi sinnvoll, um einen sprunghaften Übergang
vom 10%-Keksi zum Nullpegel zu vermeiden. Jedoch NUR,
wenn die Kekse gemischt angeboten werden.
Der Keksi-Effekt tritt faktisch Überall auf, wo Angebot und (damit meist erzwungen) Nachfrage unstetige Entwicklungen aufweisen. So sind in ALLEN Werkzeugschuppen neben einwandfreien Schraubenziehern auch stumpfe (in gleicher Größe) zu finden, ebenso führt der Keksi-Effekt zur gemeinsamen Aufbewahrung von Hammern mit und ohne Stil. | ||||||||||||||||||
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In jedem Fall zeigt der Keksi-Effekt seine kunstvollste Ausformung
in der durchschnittlichen Hausapotheke.
Es ist dem Forscherdrang des Lesers überlassen, den Keksi-Effekt in die letzten Winkel der menschlichen Zivilisation zu folgen, hier abschließend noch einige Tips: Brotdose (Semmeln jedes Alters ?), Schallplatten- bzw. CD-Sammlung, Schuh- bzw. Kleiderschrank, ... | ||||||||||||||||||
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Begriffserklärungen:
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