Wirtschaftsfaktor Schwarzarbeit


Wie jeden Winter steigt natürlich auch heuer wieder die Arbeitslosigkeit drastisch an. Und wie immer ist die erste Konsequenz die Diskussion der Schwarzarbeit. Eine exakte Erfassung des volkswirschaftlichen Anteils der Schwarzarbeit ist leider nicht möglich, da es in diesem Bereich nich üblich ist, die in anderen Bereichen vorhandenen Aufzeichnungen zu führen. Die Erfassung wird zudem weiter erschwert, wenn Zahlungen nicht den Finanzstellen gemeldet, bzw. überhaupt in Naturalien und/oder Zuwendungen imaterieller Art erfolgen.

Meldepflicht

Nachdem wir das Szenario auf Wirtschaftsimulationsprogrammen nachgestellt haben ist festzustellen:

Die Einführung einer Meldepflicht für Schwarzarbeit bringt mit ziemlicher Sicherheit ebensowenig wie ihr generelles Verbot.
Dadurch wird nur ein kriminelles Potential geschaffen, das den Justizapparat überlasten würde.
Viel sinnvoller ist unserer Meinung nach die Einführung einer Schwarzarbeitssteuer, die ihrer Höhe nach die Attraktivität dieser Wirtschaftsform bremst und wenn nicht, zumindest Geld für den Staat bringt.

Aber dazu sollten vorher klare Zahlen auf den Tisch

Im gesamten deustchsprachigen Raum wird der Anteil der Schwarzarbeit auf ca. 6 % des Bruttosozialproduktes ( schönes Wort ) geschätzt.

Vollkommen daneben

wie wir feststellen konnten. Da viele Formen der Schwarzarbeit traditionell anerkannt sind, sind sie auch den Untersuchenden einfach nicht aufgefallen.
Die Hauptlast liegt nicht, wie gerne behauptet, in der Baubranche. Zu den erkannten 6 % ist das Fünffache dazuzuzählen und dieser gigantische Schwarzarbeitsanteil wird durch eine einzige Branche erbracht.

Die Hausfrau

Hausfrauen leisten bis zu 70 Stunden Schwarzarbeit pro Woche. Sie betreiben Küchen, Reinigungsbetriebe, beherrschen häusliche Beratungs- und Managementunternehmen und sind auch in der Unterhaltungsbranche tonangebend. Auch die Kinderbetreuung ist fest in hausfraulicher Hand. Dazu kommen gelegentliches Eskortservice, Modeberatung, Telefonservice.
Dem Vernehmen nach soll selbst im horizontalen Gewerbe hausfrauliche Schwarzarbeit vorherrschen.

Die Verfolgung dieser Wirtschaftsform ist allerdings schwer, da sie üblicherweise im engsten Familienkreis erfolgt, Zeugen daher schwer zu finden sind, kaum Aufzeichnungen geführt werden, und selbst wenn, die Bezahlung meist sehr versteckt erfolgt.
Die meisten Hausfrauen bestreiten auch gar nicht, in zumindest vielen der genannten Branchen tätig zu sein, leugnen jedoch standhaft, damit versteuerbares Einkommen zu erzielen.
Natürlich ist das unglaubwürdig. Wir nehmen an, daß die Bezahlung hinter verschlossenen Vorhängen und ohne Zeugen oder Belege erfolgt. Wenn überhaupt, kann daher nur eine pauschalierte Besteuerung erfolgen, die auch in anderen Fällen bereits eingeführt wurde.

Wie die Frisörinnung mitteilt, wird auch im Bereich Jugend- und Kinderhaarstyling ein hoher Hausfrauen-Schwarzarbeitsanteil vermutet.


BTW: Das angeprangerte Bauswesen liegt auch nicht an 2. Stelle der Schwarzarbeitshitliste. Hier sollen Mütter und etwas dahinter Väter zu finden sein, die in den Sektoren Versorgungs- und Beherbergungsbetriebe tätig sind.

Die genaueren Untersuchungen sind aber noch im Gange.